Autor

Rolf

Jeitziner

KOSTPROBE

Winterzauber *Felix* Sponsoren gesucht*

von | Mai 22, 2020 | Kurzgeschichten | 0 Kommentare

Winterzauber

Ein unglaublich magischer Moment wartet auf uns.
Wie von Zauberhand leuchten alle Sterne am Himmel,
der Mond lässt seinen silbernen Schein erstrahlen, die
Sternschnuppen geben ihre Wünsche frei,
es glitzert, haucht, knistert, lacht
und mitten drin in diesem Winterzauber
Felix


Winter-Verse

Bitterkalt
harter Boden
die Jahreszeit wechselt
gefroren sind die Erdrippen
jetzt!

Überzieht
der Reif
seinen glitzrigen Mantel
die Kälte benebelt den
Hauch

Vernetzt
das Nass
In der Erdenpfütze
bald ist die Stelle
vereist

Kinderträume:
Wie Zorro
Mit Mantel und Degen
Ein Kampf dem gefährlichen
Rosenkohl!


Reben, Brennnesseln und Rosenkohl

Die Farben der letzten Herbst-Blumen begleiten, mit den Morgenstrahlen der Sonne, den kleinen Felix auf dem Weg zum Kindergarten. Seine Freunde, die wilden Katzen, springen aus den Scheunen hervor und tippeln dem Jungen hinterher. «Miau Miau». Felix begrüsst sie mit ein paar Streicheleinheiten, denn die wilden Katzen sind zutraulich. «Guten Morgen, Felix» grüssen die Hausfrauen, die gerade mit Ausschütteln der Bettdecken beschäftigt sind. Der Bauer Romero transportiert gerade ein Fuder Heu zu seinen Schwarznasenschafen. Beim Dorfbrunnen trifft der Junge schliesslich auf Grossonkel Johannes, der gerade das Rehli zur Tränke bringt. «Guten Morgen, Felix», grüsst Johannes mit einem Lächeln.
Felix freut sich auf seine Freunde im Kindergarten. Der Kindergarten, ein altes, schmuckes Haus, steht etwas unterhalb der Kirche.
Der Kindergarten ist aus und Felix nimmt einen anderen Weg zurück nach Hause. Der schmale Weg hinter den Ställen führt Felix an den Reben und durch die gefährlichen Brennnessel-Armeen. Heute trägt Felix seinen aus dem Haselnussstrauch geschnitzten Degen an der Hüfte, zwischen Gurt und Hose, denn heute ist er mutig und bekämpft die Brennnesseln links und rechts des Weges.
Doch plötzlich passierte es. Felix stolpert über einen Stein und fällt geradewegs in die Brennnessel-Armee hinein. Sie brennen und stechen, an den Händen, Beinen und im Gesicht. «Aua!», ruft Felix und verzieht das Gesicht. Schmerzverzerrt rollt sich der junge Kämpfer zum Wegrand hin und zückt seinen Haselnussdegen. Mit ein paar Hieben links und rechts wehrt sich Felix gegen die Brennnessel-Armee und kann sich so aus der Gefahr befreien. Es schmerzt, er weicht zurück und läuft geschwind nachhause.
Mutter Lisa pflegt die mit roten Blasen übersäten Beine, Arme und das Gesicht. „Die Brennnessel-Armee hat mich so übel zugerichtet“, erklärt der kleine Felix seiner Mutter.
Während der nächsten Tage spioniert Felix die Brennnessel-Armee aus, der Junge findet schnell heraus, wer hinter den Angriffen der Brennnesseln steckt: die Rosenkohlgeneräle. Sie sind immer gut geschützt, umringt von den Brennnessel-Armeen. «Wie kann ich nun gegen diese Übermacht antreten?»
Felix nimmt seinen Degen und kämpft von nun an jeden Tag gegen die Brennnesseln. Ein Hieb hier, ein Hieb da. Doch die Armeen breiten sich überall rasch aus und sind einmal unter den Reben, ein anderes Mal am Bach anzutreffen. Der Junge kämpft einen aussichtslosen Kampf gegen einen ungleichen Gegner. «Die Brennnesseln werden einfach nicht weniger», ruft der schon etwas erschöpfte und entmutigte Felix. Doch die Zeit ist sein Trumpf. Der Winter hat schon vor einigen Wochen begonnen, die Böden zu gefrieren und die Felder und Wiesen mit einem Reif zu überziehen. Es wird spürbar kälter.
Trotz der Übermacht seines Gegners bleibt der Junge hartnäckig und kämpft weiter mit seinem Degen gegen die Brennnessel-Armeen und beobachtet, wie die Brennnesseln weniger werden. Diese Erkenntnis stachelt den Jungen an, weiter zu machen. Und siehe da: Nach einigen weiteren Kämpfen sind die Brennnessel-Armeen besiegt. «Geschafft», ruft Felix. Der Durchhaltewillen des Jungen hat sich nun ausgezeichnet und erfüllt ihn mit Stolz. Jedoch ist der Gegner noch nicht vollständig bezwungen, denn ihre Generäle treiben immer noch ihr Unwesen. „Morgen nehme ich mir die Rosenkohlgeneräle vor“, erklärt Felix.
Wie geht die Geschichte weiter?


Ab in den Sack
Der Nikolaus kommt in drei Tagen. Felix ist unruhig, denn er war nicht immer ein braver Junge. „Ein Wunderbonbon hilft immer“, denkt sich Felix, greift in die Bonbonschachtel und lässt sich das Irisch Moss schmecken.

Am Nikolausabend sitzt die Familie rings um den Küchentisch. Sie geniessen Teigstängel und Glühwein. Felix steht nervös auf und setzt sich gleich wieder. Als Grossvater Franz sich erhebt und zur Türe geht, schreckt Felix ein erstes Mal auf.
Der Grossvater kehrt nach ein paar Minuten wieder zurück an seinen Platz auf der Eckbank.
„Klingel-lingel-ling“, ertönt es plötzlich.
Franz öffnet die Türe.
Ein grosser Mann in rotem Mantel und mit einem roten Hut kommt herein. In der rechten Hand hält der Nikolaus einen grossen, an der oberen Seite gebogenen Gehstock und unter die linke Achsel hat er sich ein dickes Buch geklemmt. Er hat einen langen, weissen Bart, der ihm fast bis zum Bauch reicht, und durchdringende himmelblaue Augen. „Einen schönen guten Abend wünsche ich euch allen“, sagt der Nikolaus mit einer tiefen, brummigen Stimme.
Der Schmutzli folgt dem Nikolaus. Er trägt schwarze und braune Kleider samt brauner Zipfelmütze, Felix sieht nur noch seine buschigen Augenbraunen. In der einen Hand hält der Schmutzli einen grossen Jutesack und mit der anderen schwingt er eine Rute.
Der Nikolaus nimmt auf einem vom Grossvater freundlich zugewiesenen Stuhl inmitten der Familie Platz und der Schmutzli schwingt seine Rute hinterher. Plötzlich streift die Rute heftig die Hände von Tante Helene. Sie erschrickt und schaut überrascht. Doch der Schmutzli hält den Abstand und so kann sich Helene wieder etwas zurücklehnen.

„So“, sagt Nikolaus und schlägt in seinem Buch eine Seite auf. „Wohnt hier ein Junge mit Namen Felix?“, fragt er. „Ja“, antwortet Felix mit zittriger Stimme. „Komm zu mir!» Felix gehorcht und setzt sich auf Nikolaus’ Knie. „Nun Felix, in diesem Buch kann ich nachlesen, welcher Bub und welches Mädchen in diesem Jahr brav oder böse war. Schauen wir einmal, was unter deinem Namen steht. Nun, du warst über das ganze Jahr, mit ein paar wenigen Ausnahmen, ein braver Junge. Aber trage auch dem Rosenkohl-Gemüse Sorge, vor allem dem in den Gärten“, liest der Nikolaus aus seinem Buch dem Jungen vor. Der Nikolaus schliesst sein Buch und Felix gibt, sehr zur Freude der ganzen Runde, seinen gelernten Spruch zum Besten.
Und der liest sich so:


Nikolaus
Lieber Mann
Bringt viele Geschenke
Für alle guten Kinder
Mit

Nikolaus
gerechter Mann
drückt ein Auge
zu und wartet gutmütig
ab

Schmutzli
Mit Rute
Wenn nix hilft
Ab in den Juten-
Sack

Der Nikolaus zieht sich an seinem Stock hoch und verabschiedet sich. «Bis zum nächsten Jahr und sei brav, Felix“, sagt er, dreht sich um und schreitet mit grossen Schritten dem Ausgang entgegen.
Da packt plötzlich der Schmutzli den Onkel Louis an der Schulter, öffnet seinen Jutesack und wirft ihn kopfüber hinein. Die Überraschung ist gross. Der Schmutzli hievt den Sack auf die Schulter und folgt dem Nikolaus hinaus

Der Nikolaus beschenkt die Familie mit einem weiteren Jutesack, aber diesmal ist dieser nicht mit Onkel Louis gefüllt, nein, er ist gefüllt mit Nüssen, Mandarinen und Süssigkeiten.

Wie geht die Geschichte weiter?

Der Ballonchlepfer
Es ist früh am Morgen. Felix steigt aus dem Bett und begibt sich noch etwas schlaftrunken zu seinen aufgeblasenen Ballonen. Mit grossem Entsetzen stellt er fest, dass sie fort sind.

«Spielt mir der Grossvater einen Streich?», fragt sich Felix. Gegenstände zu verstecken und hinterher zu lachen, gehört nämlich zur Familie.
Auch in den nächsten Tagen verschwinden Felix Ballone. «Heute sind nun noch meine letzten Ballone verschwunden», beklagt sich Felix am Frühstückstisch. Grossvater Franz erklärt: «Da steckt sicher der Blönchlepfer dahinter». «Wer ist denn das?»
«Der Blönchlepfer hat einen fürchterlichen Zorn auf Luftballone. Jede Nacht schleicht er sich in die Häuser, in denen es nach Luftballonen riecht, und bringt sie zum Platzen. Der Blönchlepfer treibt schon lange sein Unwesen, jedoch wissen selbst die Ältesten im Dorf nicht mehr, woher dieser Rabauke stammt. Nie hat ihn jemand zu Gesicht bekommen». Mit grossen Augen schaut Felix zum Grossvater und fragt: «Oh Schreck, was mach ich denn jetzt?» Der Grossvater runzelt die Stirn und erklärt: «Die einzige Möglichkeit, den Blönchlepfer von einem Haus zum nächsten zu treiben ist, die aufgeblasenen Ballone vor ihm zu verstecken.»
In dieser Nacht kann Felix lange nicht einschlafen. Die Blönchlepfergeschichte geht ihm nicht aus dem Kopf. Dank seiner lebhaften Fantasie stellt Felix sich den Blönchlepfer sehr genau vor. «Wo soll ich bloss die Ballone vor dem Blönchlepfer verstecken? Ich bleibe einfach wach, damit ich den Blönchlepfer auf frischer Tat erwischen Kann». Doch kann sich Felix nicht lange gegen den Schlaf wehren, er gähnt, reibt sich die Augen und schläft schon nach kurzer Zeit ein.
Doch plötzlich!
Mitten in der Nacht pustet und knallt es laut. Felix richtet sich in seinem Bett auf. Es ist nicht der schnarchende Moritz oder der zähneknirschende Louis. Felix steigt aus dem Stufenbett hinunter und schleicht sich an die Türe. Er öffnet sie einen Spaltweit und da steht der Blönchlepfer in voller Pracht aufgerichtet über Felix Ballonen. Er ist gerade dabei, die Ballone mit seinen scharfen Zähnen, einen nach dem anderen zu zerfleddern. Doch nun hat Blönchlepfer Felix entdeckt und blickt ihn mit seinen roten Augen direkt an. Felicien zuckt zusammen und verharrt einen Moment wie gelähmt. Dann löst er sich aus der Erstarrung, nimmt seinen ganzen Mut zusammen, tritt ins Zimmer und schreitet energisch auf den Blönchlepfer zu. Dieser stellt sich dem mutigen Felix in den Weg. Er versucht sogar, Felix zu ergreifen. Felix hat grosse Angst, da wacht er durchgeschwitzt in seinem Bett auf und reibt sich die Augen.
Es ist Morgen, aus der Küche schwebt der Duft von mit Rührei überbackenen Roggenbrotscheiben. Felix denkt über den Traum, den Blönchlepfer und die Geschichte des Grossvaters nach. Dann steht er auf und torkelt schlaftrunken geradewegs
ab und zu

Wie geht die Geschichte weiter?





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