Autor

Rolf

Jeitziner

KOSTPROBE

Die Anziehe-Maschine *Sponsoren gesucht!

von | Dez 28, 2019 | Kurzgeschichten | 0 Kommentare

Anziehe-Maschine
(Kinderfreundlich und wartungsfrei)

Was alle Tage müde macht, sind nicht nur die Strapazen an der Arbeit der Mutter und die Haushaltsarbeit des Vaters, nein, es sind die Strapazen mit den beiden Kleider-Anzieh-Monstern, auch Kinder genannt.

Quengelwengel Quengelwengel Quengelwengel
und
„Ein lautstarkes Protestieren vor der Türe, hinaus ins Treppenhaus des mehrstöckigen Gebäudes!“

Annelinde, ein keckes Mädchen von 4 Jahren, hat sich der Kleidervorschrift der Eltern widersetzt. Annelinde liebt ihr sommerlich-rosarotes Blüschen und den gleichfarbigen kurzen Rock mit Veilchenmuster sehr.
Mit hochrotem Kopf versucht der Vater seiner Tochter zu erklären, dass diese Garderobe heute nicht geht.

Quengelwengel Quengelwengel Quengelwengel
und
„Ein Herumwälzen auf dem Boden als Protest gegen die Kleiderwünsche!“

„Aber liebe Annelinde, heute ist doch mindestens -5 Grad draussen, es ist Winter. Wenn du so nach draussen gehst, wirst du dich erkälten!“
versucht es der Vater mit Gutmütigkeit.

Doch was nun folgt ist ein …

Quengelwengel Quengelwengel Quengelwengel

Immerzu und immer weiter wird protestiert, bis die Zeit weit fortgeschritten ist und Annelinde sowie ihr Vater müde sind.
Längst vergessen ist, worüber sie sich eigentlich streiten.

Das ist bei weitem noch die angenehmste Seite der Anzieh-Monster, denn im Sommer wird der Winterschal hervorgeholt und natürlich kann der Lieblingspullover nicht fehlen.
Der Schweiss rinnt der Annelinde von der Stirn.

Der gerade eben in der Waschtrommel seine Runden drehende Pyjama muss es für diese Nacht sein. Jedoch geht der Waschgang noch mindestens zwei Stunden.

Die Kleider vom letzten Jahr sind viel zu kurz und schon in einer Tasche als Spende für andere Kinder eigepackt. Annelinde schnappt sich die Tasche und holt ihr viel zu kurzes Lieblings-Teil wieder hervor.

Mutter und Vater laufen rot an und dampfen auf Hochtouren, denn:

Jetzt haben die Eltern genug!
„Eine Anziehmaschine muss her!“

Die Mutter kauft sich eine Anzieh-Quengelwengel-Maschine und stellt diese ins Zimmer von Annelinde.

Mit grossen Augen betrachtet Annelinde die Maschine. In ihr kommt ein wenig Angst, eine Portion Neugier und viel Starrsinn auf.
Die Eltern schauen verstohlen ins Zimmer und sind gespannt.

Da packt doch die Anzieh-Quengelwengel-Maschine die Annelinde sanft am Arm.
Mit einer zweiten Bewegung packt die Maschine ein Paar Socken und stülpt diese über Annelindes Hände.
Die Hosen sitzen über dem Kopf und lassen die Hosenbeine baumeln, sodass Annelinde wie ein Hase mit hängenden Ohren aussieht.
Das geht so weiter, bis alles am falschen Platz ist.

Die Eltern kommen ins Zimmer. Annelinde ist immer noch in der sanften Umklammerung der Anzieh-Quengelwengel-Maschine.
„Da stimmt etwas mit der Programmierung nicht!“, stammelt die Mutter und legt gleich eine korrigierte Programmversion ein.

Die Anzieh-Quengelwengel-Maschine rattert und stottert wieder um Annelinde herum.
Doch auch dieses Mal stimmt das Programm nicht, denn die Hose trägt Annelinde am Arm, die Bluse als Halsschoner über dem Kopf und die Unterhose am Armgelenk wie eine Arm-Kette.

„Das ist zum Verzweifeln!“, brüllt jetzt auch noch der Vater und schraubt auch an den Bedienungsknöpfen herum.

Das Einstellen der Anzieh-Quengelwengel-Maschine kann dauern, das bemerkt auch Annelinde. Nach zwei Stunden ist das Mädchen den Tränen nahe und bittet seine Eltern:

„Bitte bitte! Legt mir die richtigen Kleider parat und ich ziehe sie, ohne zu Quengelwengel an! Bitte!“

Die Eltern sind erleichtert, die Anzieh-Quengelwengel-Maschine verliert den Kontakt mit der Steckdose und geht zurück in den Laden.

Von nun an gibt es kein Kleider-Anzieh-Monster mehr,
von nun an quengelte auch niemand mehr an den Kleidervorschriften herum
und
von nun an legt sich Annelinde ihre Kleider parat und berät sich mit der Mutter oder dem Vater über ihre Wahl.

„Annelinde ist ja so gross geworden und so vernünftig!“

Doch!

Quengelwengel Quengelwengel Quengelwengel
Und

Ein lautstarkes Protestieren der über den Teller gebeugten Annelinde! Die grüne Pampe, die man auch Spinat nennt, schwappt über den Rand ihres Behältnisses und erbost so die Eltern.

Annelinde will und will dieses grüne Zeug nicht essen!

Mutter und Vater schauen sich in die Augen und denken fast sicher dasselbe:

Eine Quengelwengel-Ess-Muffel-Maschine muss her!

Und die Geschichte ist aus!

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