Autor

Rolf

Jeitziner

KOSTPROBE

Dogge Karo *Sponsoren gesucht

von | Dez 26, 2019 | Kurzgeschichten | 0 Kommentare

Dogge Karo

Die Dogge Karo sitzt am Steuer eines mächtig grossen Lastwagens und führt Steine von einem Ort zum anderen. Bei den Steinen handelt es sich um den roten Buntsandstein.
Die riesigen Gesteinsbrocken graben die Bauleute mit ebenso riesigen gezackten Baggerkellen aus dem Erdreich. Das Erdloch, das so entsteht, nennt man Baugrube, denn dort wird in Kürze ein Fundament entstehen, auf dem ein Haus errichtet wird.
Karo fährt zur Baugrube und lässt sich die Steine von den Baggerführern auf die Ladefläche seines Lastwagens laden. Der Baggerführer hupt drei Mal, damit Karo weiss, dass die Ladefläche voll ist und er die Steine zur Steinhalte befördern kann.
Karo hupt drei Mal zurück und fährt los.

Die Dogge Karo ist ein draufgängerischer Hund, die Fahrten sind für ihn immer Spass pur. Karo johlt! grölt! jault! während der Fahrt aus voller Schnauze und ab und zu macht er einen Handstand und drückt mit seinen Vorderpfoten das Gaspedal oder das Bremspedal statt sich um das Steuer zu kümmern.
Die Kupplung drückt der verrückte Hund mit dem Kopf, während er seine Hinterläufe in die Höhe hält und applaudiert. Alle diese hochgefährlichen Kapriolen dauern gerade mal 10 Sekunden, dann ist Karo schon wieder fest im Sattel, das heisst hinter seinem Steuer.
So wie es sich im Strassenverkehr auch gehört.

Karo und seine Fahrten sind vielen ein Dorn im Auge. Alle beschweren sich aufs heftigste, jedoch hat dies bei Karo bis jetzt keinen Anklang gefunden.

Der Elefant Hubert steht jeden Tag am Fussgängerstreifen,

schaut einmal nach links,
einmal nach rechts
und
wieder nach links und rechts,
bis er sich sicher fühlt und die Strasse überqueren kann.
In Gedanken setzt Hubert schon den ersten Schritt über die Strasse, da rauscht Karo vorbei. Der Luftstoss wirft Hubert auf den Hintern.
Im Rückspiegel beobachtet Karo den wild fuchtelnden Hubert und amüsiert sich prächtig.

Hubert ist aber auf der Tour von Karo nicht der einzige Leidträchtige, nein, da gibt es noch die liebe, etwas rundliche Panzernashorn-Dame Roswitha.
Roswitha spaziert wie jeden Tag auf dem Fussgängerwege entlang der Strasse.
Die Einkäufe müssen erledigt werden.
An verschiedenen Stellen auf Roswithas Einkaufsweg ist die Strasse stark beschädigt und da bilden sich vom Regen Wasserpfützen.
Karo rast, als gäbe es kein Morgen und erwischt natürlich jedes Mal die Pfützen,
„Wusch!“
Und schon regnet das kühle Nass voller Dreck vom Boden auf Roswitha herunter.
Platschnass fuchtelt Roswitha dem schadenfrohen Lastwagenfahrer Karo hinterher.
Das Horn der Dame glüht regelrecht vor Ärger. Karo sieht es im Rückspiegel und amüsiert sich göttlich.

Das Schauspiel mit Karo als rücksichtslosem Lastwagenfahrer und seinen Opfern Hubert und Roswitha wiederholt sich fast jeden Tag.

Doch der Zufall meint es an einem Tag gut mit Hubert und Roswitha, denn genau in dem Moment, als Karo auf seiner Fahrt den allerorts bekannten Handstand vorführt, gelangt seine Rute an die Kippschaltung der Ladung, sodass sämtliche Bundsand-Gesteinsbrocken auf die Strasse purzeln.

Als Karo nach 10 Sekunden wieder fest hinter dem Steuer, das heisst im Sattel sitzt, sieht er mit offener Schnauze im Rückspiegel die Bescherung.

Seine Rücksichtslosigkeit hat sich nun gerächt. Karo hält den Lastwagen an und betrachtet das von ihm verschuldete Unheil. Reglos steht Karo da und weiss nicht, was er tun soll.
In seiner Verzweiflung versucht er aus eigener Kraft einen Stein nach dem anderen zu schieben.
Doch die Sandsteine sind viel zu schwer.
Die Schweisstropfen von der Schieberei und der Verzweiflung rinnen über Karos Schnauze. Der Stein bewegt sich jedoch keinen Millimeter.

Stunden später lässt sich Karo erschöpft auf einen der Steine nieder.
Längst hat sich ein Stau auf beiden Seiten gebildet. Die Autos hupen und das Verantwortliche Polizei-Eichhörnchen Holger steht vor Karo.

„In allen Punkten schuldig!“, meldet sich Holger zu Wort.
„Ich kenne jemanden, der die Strasse wieder fahrbereit macht. Sie, Herr Karo, warten derweil auf meine Verstärkung!“

Karo nickt bereitwillig.

Nach einer halben Stunde fährt das Polizeiauto ein.
Am Steuer sitzt Holger.
Auf dem Beifahrer sitzt Panzernashorn-Dame Roswitha und auf der Rückbank sitzt Hubert, der lässig seinen Elefanten-Rüssel aus dem Verdeck hängen lässt.

Als Karo das Dreigespann sieht, fällt ihm geradewegs die Schnauzen-Lucke auf. Am liebsten würde er sich hinter die Buntsandsteine verkriechen, bis der nun bevorstehende Sturm der Entrüstung von Herrn Elefant und von Frau Panzernashorn vorbei ist.

Holger steigt aus und erklärt Karo die Lage:

„Darf ich vorstellen:
Das ist die stärkste Steinschieberin der Welt,
Frau Panzernashorn Roswitha!“

Und das ist der stärkste Stein-Weitwurf-Elefant,
Herr Hubert!“

Beide haben sich ohne zu zögern bereiterklärt, ihnen, Herr Karo, zu helfen.“

Anders als erwartet, schimpfen Roswitha und Hubert nicht, sondern schieben die Steine im Handumdrehen von der Strasse
Mit einem gellenden Hupkonzert applaudieren die Autofahrer, die nun wieder vorbeikönnen.

Auch Holger packt, ohne ein missbilligendes blicken oder reklamieren, die bunten Steine mit seinem Saug-Rüssel-Griff und wirft sie bis auf den letzten in die Ladefläche des Lastwagens.

Karo staunt Bundsandstein-Klötze.

„Der Fall ist erledigt!“, vermerkt Holger und fährt von dannen.

Roswitha und Hubert stehen neben dem wieder beladenen Lastwagen. Karo schliesst mit einem Male seine Schnauzen-Lucke und blickt mit Dankbarkeit auf Roswitha und Hubert.

„Vielen Dank!“, kommt wie geschossen aus Karos Mund.

Die Dogge Karo sitzt am Steuer eines mächtig grossen Lastwagens und fährt Steine von einem Ort zum anderen. Bei den Steinen handelt es sich um den roten Buntsandstein.
Die riesigen Gesteinsbrocken graben die Bauleute mit ebenso riesigen gezackten Baggerkellen aus dem Erdreich. Das Erdloch, das durch die Arbeiten der Bauleute entsteht, nennt man Baugrube, denn dort wird in Kürze ein Fundament entstehen, auf dessen Grund ein Haus errichtet wird.
Karo fährt zur Baugrube und lässt sich die Steine durch die Baggerführer auf den Lastwagen laden, bis die Ladefläche voll ist.
Der Baggerführer hupt drei Mal, damit Karo weiss, dass die Ladefläche voll ist und er die Steine zur Steinhalte befördern kann.
Karo hupt drei Mal zurück und fährt los.

Die Dogge Karo ist ein verantwortungsvoller und aufmerksamer Hund, der immer vor einem Fussgängerstreifen seine Geschwindigkeit drosselt und die gelegentlichen Pfützen auf dem Strassenasphalt weit umfährt, damit kein Passant nass wird und die Fussgänger sicher auf die andere Strassenseite kommen.

Die Fahrten mit dem Lastwagen sind für Karo mit viel Freude verbunden.

Karo:
Johlt!
grölt!
Oder
jault!

während der Fahrt aus voller Schnauze.
Lachend zwinkert Karo seinen Freunden und Beifahrern

Frau Panzernashorn Roswitha
Und
Hubert dem Elefanten

begeistert zu.

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